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Rekindly 0.2 und wofür ein Briefing gut ist

Mail, Themes und ein Logo, ein Fehler, den man erst an dem Tag bemerkt, an dem man sein Backup braucht, und ein paar Gedanken dazu, warum es bei Rekindly um Aufmerksamkeit geht und nicht ums Erinnern, und warum es ein Werkzeug für eine Person bleibt.


Rekindly 0.2 ist da. Es bringt drei Dinge, die von Anfang an auf der Liste standen, und ein paar Korrekturen, auf die ich bei der Vorbereitung gestoßen bin. Bevor ich dazu komme, möchte ich die Gelegenheit nutzen, ein paar Gedanken aufzuschreiben, wofür Rekindly eigentlich da ist. Denn sie entscheiden darüber, was hineinkommt und was draußen bleibt.

Ums Erinnern geht es nicht

Man kann Rekindly leicht als Gedächtnisstütze beschreiben, und in gewisser Weise ist es das auch. Aber sich Dinge über Menschen zu merken, ist kein Ziel für sich. Das Ziel ist Aufmerksamkeit. Wenn dir jemand vor zwei Wochen erzählt hat, dass seine Mutter im Krankenhaus liegt, dann ist das Wertvolle nicht, dass du dich an diese Tatsache erinnerst. Wertvoll ist, dass du zu Beginn des Gesprächs fragst, wie es ihr geht, noch vor allem anderen. Für genau diesen Moment gibt es das Briefing. Es ist absichtlich kurz: Man soll es in der halben Minute lesen können, bevor das Telefon klingelt, nicht studieren.

Deshalb gibt es in Rekindly auch keine Punkte, keine Serien und keine Rangliste deiner „besten“ Kontakte. Ein Kontaktrhythmus ist eine Erinnerung, die du dir selbst setzt, keine Quote. Wenn ein Monat vergeht und du jemanden nicht angerufen hast, erwähnt es die Seite „Heute“, und das ist alles.

Notizen über andere Menschen sind eine Verantwortung

Alles in Rekindly handelt von Menschen, die nie zugestimmt haben, in einer Datenbank zu stehen. Das nehme ich ernst, und es erklärt ein paar Entscheidungen, die sonst stur wirken könnten. Rekindly läuft auf deinem eigenen Server, sendet keine Telemetrie, spricht nur mit Diensten, die du selbst eingerichtet hast, und die KI-Funktionen bleiben aus, bis du sie für einen bestimmten Bereich erlaubst. Für die Notizen selbst hilft eine einfache Regel: Schreib sie so, dass es für dich in Ordnung wäre, wenn die Person sie eines Tages liest.

Was in 0.2 neu ist

  • Mail. Rekindly kann dir jeden Morgen eine kurze Zusammenfassung schicken: was fällig ist, die Geburtstage der kommenden Tage und die Menschen, bei denen du dich schon länger melden wolltest. Außerdem kann es beim Anmelden mit Passwort einen Code per Mail verlangen, als zweiten Faktor. Bei der Einrichtung zeigt sich, wie oft Mail aus Gründen scheitert, die gar nicht in der App liegen: Ein Hoster sperrt ausgehende Mail-Ports, oder die Firewall eines Mailservers sperrt nach fehlgeschlagenen Anmeldungen gleich einen ganzen Adressbereich, so macht es mailcow standardmäßig. Rekindly erklärt solche Fehler jetzt in verständlichen Worten, und die Dokumentation hat einen Abschnitt, mit dem man die Ursache findet.
  • Themes und Layouts. Sechs Themes für hell und dunkel, vom ruhigen Zeitungslook bis zu einem Theme mit höchstem Kontrast und größerer Schrift, dazu fünf Layouts für die Personenseite. Du kannst in der App ein eigenes Theme bauen und es als kleine Datei teilen. Ein Werkzeug, das man jeden Tag öffnet, soll sich nach dem eigenen anfühlen, und Menschen nutzen Rekindly unterschiedlich: manche vor allem für Freunde und Familie, andere vor allem für Kunden.
  • Ein Logo, endlich, mit Symbolen für den Browser-Tab und den Home-Bildschirm.

Unterwegs behoben

Vor diesem Release habe ich das Update an der Kopie einer echten Datenbank getestet, nicht nur mit erfundenen Daten. Dieser Test hat einen Fehler gefunden, der seit 0.1 drinsteckte: Fehlte auf dem Server eine einzige Fotodatei, verwies der Export trotzdem darauf, und das ganze Backup ließ sich nicht mehr wiederherstellen. Genau so ein Fehler fällt einem erst an dem Tag auf, an dem man sein Backup braucht. In 0.2 ist er behoben, und auch ältere Backups mit diesem Problem lassen sich jetzt wiederherstellen.

Warum Rekindly ein Werkzeug für eine Person bleibt

Der häufigste Wunsch war bisher, eine Installation gemeinsam zu nutzen, als Paar, als Familie oder als kleines Team. Ich habe eine Weile darüber nachgedacht und mich dagegen entschieden. Eine Installation, die einer Person gehört, gibt ein Versprechen, das jeder sofort versteht: Niemand sonst liest diese Notizen. Mit geteilten Bereichen, Rollen und Rechten würde daraus „niemand sonst, außer …“, und bei jeder Notiz müsste man überlegen, wer sie vielleicht mitliest. Menschen schreiben anders, wenn andere mitlesen könnten, und der Wert von Rekindly liegt gerade in Notizen, die man so offen schreiben kann wie in ein Notizbuch. Es gibt auch eine technische Seite: Mit einer Person pro Installation kann eine ganze Art von Fehlern gar nicht erst entstehen, bei der eine Rechteprüfung versagt und jemand Notizen sieht, die nicht seine sind.

Wenn mehrere Personen Rekindly nutzen möchten, betreibt jede ihre eigene Installation. Es ist ein einziger kleiner Container, zwei oder drei davon passen problemlos auf denselben Server. Kontakte lassen sich als vCard-Datei weitergeben und Geburtstage als Kalender-Abo.

Wie immer gilt: Wenn du Rekindly ausprobierst und etwas fehlt oder nicht funktioniert, schreib mir gern auf GitHub, gern auch auf Deutsch. Die Installationsanleitung hilft beim Einstieg, und im Changelog steht alles, was sich geändert hat.

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