Heute veröffentliche ich die erste Version von Rekindly. Es ist eine kleine App zum Selbsthosten für die Menschen in deinem Leben, und sie hat vor allem eine Aufgabe: Wenn du gleich mit jemandem sprichst, soll sie dir sagen, wo ihr beim letzten Mal stehengeblieben seid.
Das klingt bescheiden, und das ist es auch. Aber genau dieser Teil hat mir gefehlt. Die Kontakte lagen im Handy, die Notizen in zwei, drei verschiedenen Apps, und was ich nachhalten wollte, steckte irgendwo in meinen Mails. Vor einem Telefonat habe ich mich durch all das geklickt und dann trotzdem vergessen, nach der einen Sache zu fragen, die wichtig war. Rekindly bringt diese Teile an einen Ort und zeigt oben auf jeder Personenseite die paar Zeilen, die man tatsächlich braucht.
Was in 0.1 steckt
- Personen und Organisationen, mit den Angaben, die man erwartet, und ein paar, die man vielleicht nicht erwartet, etwa wie ihr euch kennengelernt habt oder wer euch vorgestellt hat.
- Ein Verlauf aus Notizen, Telefonaten und Treffen, in Markdown geschrieben und mit allen verknüpft, die dabei waren.
- Wiedervorlagen und ein Kontaktrhythmus, damit die Seite „Heute“ zeigen kann, was fällig ist und mit wem du länger nicht gesprochen hast.
- Bereiche, um private und berufliche Kontakte auseinanderzuhalten.
- Abgleich mit dem Adressbuch deines Handys in beide Richtungen per CardDAV und ein Kalender-Abo für Wiedervorlagen und Geburtstage.
- Import aus vCard, CSV und Monica, Export als JSON und vCard und verschlüsselte nächtliche Backups auf WebDAV oder S3.
- Optionale KI-Funktionen, die auch mit einem lokalen Modell laufen, dazu eine API und ein MCP-Server für deine eigenen Werkzeuge.
Das alles läuft in einem einzigen Docker-Container mit SQLite. Du legst nirgendwo ein Konto an außer auf deinem eigenen Server, und nichts verlässt ihn, solange du das nicht selbst eingerichtet hast.
Was es nicht ist
Rekindly ist kein Vertriebs-CRM. Es gibt keine Pipelines, keine Deals und keine Lead-Bewertungen, und es wird sie auch nicht geben. Es versucht auch nicht, dich in der App zu halten: keine Serien, keine Abzeichen, und erinnert wirst du nur an das, woran du erinnert werden wolltest.
Wie früh ist früh?
Es ist eine 0.1, und das heißt zweierlei. Ich nutze es jeden Tag und würde es nicht veröffentlichen, wenn ich ihm meine eigenen Daten nicht anvertrauen würde. Gleichzeitig wird sich noch einiges ändern, und manchmal wirst du das merken. Genau deshalb waren Export und automatische Backups von der ersten Version an dabei.
Wie es weitergeht
Das nächste Release bringt eine tägliche Zusammenfassung per Mail, Anmeldecodes per Mail als zweiten Faktor und das Logo, das du oben auf dieser Seite siehst. Danach ist das große Thema das Teilen: mehrere Menschen auf einer Installation, jeder mit eigenen privaten Bereichen und der Möglichkeit, ausgewählte Bereiche mit anderen zu teilen. Man denke an ein Paar, eine Familie oder ein kleines Team. Die Einzelheiten arbeite ich gerade noch aus und schreibe hier darüber, sobald es so weit ist.
Probier es aus und sag mir, was fehlt
Wenn du Rekindly ausprobieren möchtest, führt dich die Installationsanleitung (bisher auf Englisch) von einem einzelnen docker run bis zu einer ordentlichen Einrichtung hinter HTTPS. Wenn etwas nicht funktioniert oder etwas fehlt, das Rekindly für dich nützlich machen würde, eröffne bitte ein Issue auf GitHub. Du kannst dort auch auf Deutsch schreiben. Ich lese jedes einzelne.